Und nun geht es los:
1. Saubermachen
Damit die Milch sozusagen klinisch und porentief
rein ist, werden nicht nur kleinere Strohhalme,
das Melkfett der
Bäuerin, Kuhhaare oder Holzbalken entfernt. Die Milch wird auch
erhitzt (pasteurisiert), damit uns Käsefans nicht Montezumas Rache
(durch fiese Keime ausgelöst) erwischt.
2. Dicklegung durch...
- LAB (ein im Labmagen von Kälbern
oder Lämmern gebildetes Enzym; kann heutzutage auch im Labor
gewonnen werden - was das Schweigen der Lämmer beendet), oder
- Milchsäurebakterien (die genaue
Erklärung findet hier aus arbeits- und platzökonomischen
Gründen nicht statt, es handelt sich aber bestimmt nicht um "Karius
Baktus", dem die Zahnärzte in aller Regel ihren Daimler zu verdanken
haben). LAB/Bakterien sorgen binnen kurzer Zeit dafür, dass aus
der Milch eine Art Pudding wird. Dann ist die Zeit reif für das
3. Bruchschneiden
Der Pudding wird in kleine Stücke geschnitten.
Hierbei tritt die Molke (klar + hellgrün - wie Guinness am St.Patricks
Day) aus, übrig bleibt der Käsebruch. Stark vereinfachte Regel: Je
kleiner die Stücke, desto weniger Molke im Bruch und desto fester
der Käse.
4. Erwärmen und Waschen
Irgendwie richtig wichtig - ist doch klar,
oder ?
5. Abtrennen der Molke, Abfüllen
des Bruches, Pressen
Dem armen Käsebruch wird nun noch mehr Molke
weggenommen, in dem er in löchrige Formen gequetscht wird. Dieser
Vorgang stammt aus der guten alten Zeit der Inquisition...
6. Reifen
Nun geht der Käse in Pension (ins Altersheim
"Käsekeller"). Hier darf er unter bestimmten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen
altern.
Seltsamerweise werden
alle Käse nach einer bestimmten Zeit des Ruhestandes in Kaufhäuser
und Supermärkte entführt, dort mit Messern und
Schneidemaschinen malträtiert um in Kühlschränken der
Marken Bosch, Siemens oder Juno (um nur einige zu nennen) abgelegt zu
werden - und nach einigen Umwegen über
Brote, Brötchen, etc. in der Menschen Mägen zu landen.

Achtung: die Zubereitung
geschieht auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung
für die hier vorgestellten Rezepte. Über die Gefahren bei
der Zubereitung von Käse mit Rohmilch sollten Sie sich unbedingt informieren.
Häufig erhalte ich Anfragen bezüglich der
Rohmilch und der Beschreibung "Rohmilch auf 35 Grad Celsius erwärmen" -
das ist genau so richtig, denn wenn ich Rohmilchkäse möchte, dann sollte
ich die Milch ja nicht pasteurisieren (sprich: auf 75 Grad erhitzen!)
Wer sich vor dem eigenen Käsen einmal die Käseherstellung in Bildern
ansehen will, der sollte diesem Link folgen!

- 2 Liter Milch
- 4 Esslöffel Dickmilch als Säuerungskultur
bzw. 10 Esslöffel Buttermilch
- 1/2 Labtablette
Pasteurisierte Milch auf 75 Grad Celsius erwärmen und auf 25 Grad
Celsius abkühlen lassen. Rohmilch auf 25 Grad Celsius erwärmen.
Nun Dickmilch einrühren und die Masse 3 Stunden stehen lassen
(dem Topf mit Hilfe einer Decke, etc. eine Wärmeummantelung geben
- gilt für alle Phasen der Ruhe). Danach wieder auf 25 Grad Celsius
erwärmen und eine 1/2 Labtablette (in
lauwarmem Wasser aufgelöst) einrühren. Das Ganze 5 Stunden
stehen lassen.
Die Masse wird nun mit einem Tortenheber
(es geht auch ein Messer - hier aber darauf achten, dass der Boden nicht
zerkratzt) in ca. 1-2 cm breite Quader schneiden und weitere 12 Stunden
stehen lassen.
Nach Ablauf dieser Zeit den Frischkäse mit Hilfe einer Schöpfkelle
Ausschöpfen und in Formen füllen (Philadelphia-Becher, etc.)
und einen Deckel darauf geben. Bitte darauf achten, dass genügend
Druck auf den Frischkäse wirkt. Wer seinen Frischkäse gerne
mit Kräutern, Sahne oder anderen Zutaten verfeinern will, der sollte
diese jetzt zugeben. Nach 6 Stunden kann man die Form auf einen Teller
stürzen, die Form aber noch nicht abziehen. Nach weiteren 3 Stunden
wird der Käse gewendet. Nun ist es
geschafft.
*** Bitte beachten Sie, dass die Zeitangaben
nur ungefähr zu verstehen sind und von verschiedenen Faktoren wie
z.B. der Milch abhängen ***

- 2 Liter Milch
- 5 Esslöffel Dickmilch als Säuerungskultur
- 1 Labtablette
- etwas Weiß-Schimmel (von einem
Weiß-Schimmelkäse)
Pasteurisierte Milch auf 75 Grad Celsius erwärmen und auf 35 Grad
Celsius abkühlen lassen. Rohmilch auf 35 Grad Celsius erwärmen.
Nun Dickmilch einrühren und die Masse 1 Stunde stehen lassen (dem
Topf mit Hilfe einer Decke, etc. eine Wärmeummantelung geben -
gilt für alle Phasen der Ruhe). Die Weiß-Schimmelkultur vorsichtig
mit einem Messer vom gekauften Käse abkratzen - dabei unbedingt
darauf achten, dass keine Käsereste an den Kulturen hängen
bleiben. Es muss nicht sehr viel Weiß-Schimmel sein, ein paar
Stückchen reichen schon. Die Kulturen nun in die Milch geben und
eine Labtablette (in lauwarmem Wasser aufgelöst) einrühren.
Bei ca. 35 Grad Celsius im Topf (mit Wärmeummantelung) etwa eine
Stunde stehen lassen.
Mit einem Tortenheber die Masse in 3 cm große Quader schneiden
und das Ganze etwa 5 Minuten stehen lassen. Die gelochte Schöpfkelle
nehmen und den Bruch anheben und auf die Seite umlegen. Weitere 5 Minuten
warten: den Bruch mit der Schöpfkelle anheben und mit einem Messer
auf walnussgroße Stücke zerkleinern. Weitere 5 Minuten warten:
den Bruch mit der Schöpfkelle anheben und mit einem Messer auf
erbsengroße Stücke zerkleinern.
Nach weiteren 5 Minuten kann man mit dem Ausschöpfen beginnen.
Eine nicht zu kleine Käseform nehmen (muss gelocht sein!) und den
Bruch einfüllen (dabei die Schöpfkelle nicht zu voll werden
lassen). Bitte vor dem Einfüllen gut abtropfen lassen und eventuell
mit der Hand den Bruch in der Form etwas andrücken.
Die Form wird nach dem Ausschöpfen eine Viertelstunde bei Zimmertemperatur
stehen gelassen. Nach Ablauf der 15 Minuten die Form wenden. Jetzt hat
man bis zu 14 Stunden Zeit, die folgenden Schritte durchzuführen:
Den Käse zweimal im Abstand von einer halben Stunde wenden, in
dem man die Form hochzieht, den Käse mit den Händen vorsichtig
umdreht und anschließend die Form wieder darüber stülpt.
Dieses Procedere bitte noch zweimal mit einem Abstand von einer Stunde
durchführen und anschließend ca. dreimal im Abstand von zwei Stunden
wiederholen.
Es folgt das Salzen. Bitte darauf achten, dass sie kein Jod-Salz benutzen!
Auf einem Brett Salz verstreuen und zuerst den Rand des Käses
einsalzen, dann die Ober und Unterseite. Der gesalzene Käse wird
nun gelegentlich gewendet. Nach etwa 12 Stunden sollte der Käse
trocken sein, falls nicht, noch bis zu einem Zeitraum von 24 Stunden
warten.
Für die Reifung nimmt man eine Kunststoffbox, in die einige Tropfen
Wasser gefüllt werden und legt darauf ein weitmaschiges Gitternetz
(z.B. Malerrollenabstreifer). Den Camembert darauf legen und bei 10-15
Grad Celsius etwa 14 Tage reifen lassen und alle 2 Tage wenden. Nach etwa
einer Woche beginnt die Schimmelbildung.
Für eine ausführliche Anleitung empfehlen wir Ihnen dieses Buch:
 Käsen leicht gemacht.120 Rezepte für die Milchverarbeitung
|